Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Hans-Arved Willberg für Januar, 2011.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Dez | Feb » | |||||
| 1 | 2 | |||||
| 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
| 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |
| 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 |
| 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 |
| 31 | ||||||
- An(ge)dacht (51)
- Gedichte und Aphorismen (4)
- Intro (2)
- Predigten und Vorträge (6)
- Seelsorge (1)
Schulung & Beratung
Archive für Januar 2011
Wort zur Woche
31.1.2011 von Hans-Arved Willberg.
4. Sonntag nach Epiphanias
Wochenspruch: “Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.” Psalm 66,5
Leitmotiv: Gott herrscht über die Naturmächte
Wunderbar. Wundersam. Verwunderlich. “Ehrlich gesagt, ich bin nun doch etwas verwundert.” Wir wundern uns, wenn wir etwas nicht verstehen. Wenn es kommt, wie ich will, dann freue ich mich: Wunderbar! Wenn es nicht kommt, wie ich will, dann bin ich enttäuscht, deprimiert, ärgerlich.
Jesus steht im Boot auf und gebietet Sturm und Wellen. Es wird ganz still. Erdbeben begraben Zehntausende unter Trümmern, Tsunamis schwemmen Menschenleben weg wie der Strahl im Waschbecken meine Essensreste. Oh Gott, wie groß bist du.
Verstehst du Auschwitz? Verstehst du Haiti? Ich wundere mich.
Verstehst du, dass wir auf diesem hochexplosiven Feuerball mit der hauchdünnen Schale ein wunderschönes Leben führen können? Dass es auf dieser Erde Paradiese gibt?
Hiob findet ins Leben zurück, als ein Gewitter tobt. Da versteht er, dass es wenig zu verstehen, aber viel zu wundern gibt. Da löst sich sein Krampf. Er löst sich aus dem Clinch. Er lässt Gott los und wendet sich dem Leben zu. Und hört Gott reden. Ganz anders als bisher. Wundersam neu.
Hans-Arved Willberg
Geschrieben in An(ge)dacht | Keine Kommentare »
Wort zur Woche
24.1.2011 von Hans-Arved Willberg.
3. Sonntag nach Epiphanias
Wochenspruch: “Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.” Lukas 13,29
Leitmotiv: Christus für alle Welt
Am Ende sitzen wir alle zu Tisch. Es gibt was Gutes. Uns wird voll eingeschenkt.
Alle auf Augenhöhe. Der Tisch ist rund. Ohne Präsidium. Ohne Katzentisch.
Ohne Angst. Ohne Peinlichkeit. Ohne Heuchelei. Ohne Krampf.
Wir reichen uns die guten Gaben. Wir genießen. Jeder für sich und alle miteinander. Nur er, der uns geladen hat, sitzt nicht in der Runde. Er hat zu tun. Denn heute ist sein großer Tag. Wir erfüllen seine Freude. Wir lassen es uns gefallen, dass er uns bedient. Er wäscht uns die Füße. Er salbt uns mit Öl. Wellness pur.
Er steht hinter uns. Er wendet sich jedem ganz persönlich zu.
Genauso wie schon hier. Aber hier sehen wir ihn nicht. Darum sorgen wir uns und klagen bitter, im Stich gelassen zu sein.
Dann endlich gibt es keinen Zweifel mehr.
Hans-Arved Willberg
Geschrieben in An(ge)dacht | Keine Kommentare »
Wort zur Woche
17.1.2011 von Hans-Arved Willberg.
2. Sonntag nach Epiphanias
Wochenspruch: “Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.” Johannes 1,17
Leitmotiv: Jesus bringt Freude ins Leben
Es gibt mehr. Das Gesetz des Mose war eine wirklich tolle Sache. Revolutionär im Kontext der orientalischen Gottkönigspolitik des zweiten vorchristlichen Jahrtausends. Ungleich humaner. Echter Fortschritt. Stringent abgeleitet von dem einen Gott Israels, dem Gott, der sein nahes Dasein zusagt, der das Kleine groß macht, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit liebt, dem Gott, der sieht.
Aber es gibt mehr. Die Propheten haben es angekündigt, aber wer hat es wirklich geglaubt? Und die es glaubten, konnten es nicht fassen. Sie ahnten es nur.
Es gibt mehr: Gnade und Wahrheit. Das Gesetz ist ein Zaun. Gnade und Wahrheit hebt ihn weg. Denn Gnade und Wahrheit lässt sich nicht reglementieren. Und macht vor keiner Grenze halt. Setzt sich unaufhaltsam durch. Ist unersättlich. Duldet keine anderen Götter neben sich.
Alles muss Gnade werden, alles Wahrheit. Alle Gnadenlosigkeit und alle Lüge muss schwinden wie die klamme Morgenfeuchte nach der Nacht. Überall hin muss die Sonne.
Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht.
Hans-Arved Willberg
Geschrieben in An(ge)dacht | Keine Kommentare »
Wort zur Woche
10.1.2011 von Hans-Arved Willberg.
1. Sonntag nach Epiphanias
Wochenspruch: “Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.” Römer 8,14
Leitmotiv: Die Taufe Jesu
Bekanntlich weht der göttliche Geist, wie er will. Nicht in Windkanälen. Nicht in Turbinen gezwungen, durch Düsen gepresst. Nicht von Mühlenflügeln produziert. Du kriegst ihn nicht zu fassen. Du siehst nur, dass er wirkt.
Er setzt dich in Bewegung. Er lässt dir keine Ruhe. Er leistet dir Widerstand. Er belebt dich als sanfte Brise und drückt dich weg als unerbittlicher Sturm.
Kraft ist er. Lebenskraft. Beflügelnder Auftrieb. Er drängt zum Ziel: Dass Friede wird.
Es ist keine Liebe, sagt die Enttäuschte. Ihn hat es weggezogen. Immer war er auf der Flucht vor dem Leben. Verschanzt hat er sich, belogen hat er sie. Sie spürt den Sog ihm nach. Den Fliehenden zu fassen kriegen. Der Wind steht ihr entgegen. Sie widersteht und lässt ihn los. Es muss Liebe sein, antwortet sie und atmet auf. Und atmet ein den Geist der Freiheit. Endlich kommt Hoffnung auf.
Mit Wasser wird er getauft, um ganz Mensch zu sein. Damit die Widerstehende nicht einsam bleibt. Damit der Fliehende nachhause kommt. Dass Frieden wird.
Mit Geist tauft er jeden, den er findet. Wirbelt ihn auf. Bringt ihn auf Trab. Weckt ihn auf vom Tod. Bläst ins Leben. Beweist dir, dass du Flügel hast. Weil du auf einmal merkst, dass du auffährst wie ein Adler.
Hans-Arved Willberg
Geschrieben in An(ge)dacht | Keine Kommentare »
abkratzen
6.1.2011 von Hans-Arved Willberg.
neoromantischer nachgesang
abgekratzt
kritzeldatzelduljen
dreck
müll
störung
popel
rotz
hinderlich
aber
nicht der rede wert
keiner rede wert
nicht einmal
bemerkenswert
einer bemerkung wert
nicht einmal
bemerkt
weggekratzt
weggeworfen
als wäre nichts
asche zu asche
staub zu staub
dreck zu dreck
kadaver
zur kadaververwertung
leiche
in die kiste
und weg
unter
den boden
entsorgt
die sorge los
eine
störung
weniger
immerhin
während sich
die liebe
sehr einsam
durch die öde schleppt
brüllend
heulend
ungehört
dort
draußen
stirbt
sie
immer
hin
immerzu
die wunde
blutet
immer
noch
o gott
o haupt
voll blut
und
wunden
du
edles angesichte
du
mensch
Copyright H.A. Willberg
Geschrieben in Intro | Keine Kommentare »