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Archive für Oktober 2011
Wort zur Woche
22.10.2011 von Hans-Arved Willberg.
18. Sonntag nach Trinitatis
Wochenspruch: “Das Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.” 1. Johannes 4,21
Leitmotiv: Das höchste Gebot
Das ist geboten. Nicht befohlen. Wir fragen, was das Gebotene sei in einer bestimmten Situation. Wir meinen damit das Passende. Das Stimmige. Das Angemessene.
Zu lieben ist das Gebotene. Das höchste Gebotene. Nicht im Sinne einer höchsten Stufe, unter der alle anderen Stufen nicht oder noch nicht Liebe sind. Sondern im Sinne des einzig Wesentlichen. Die Liebe ist der Schatz im Acker, die kostbare Perle.
Liebe ist nur Liebe, wenn sie konkret wird, hier und heute, in Raum und Zeit. Gott begegnet mir im Mitmenschen. Im Du finde ich den Gegenstand der Liebe.
Gott zu lieben und den Mitmenschen, das ist nicht zweierlei. Das wäre Gespaltenheit. Liebe ist unteilbar. Es gibt sie nur als Liebe von ganzem Herzen. Ich kann nicht meinen Mitmenschen lieben und außerdem noch Gott. Oder Gott und außerdem noch meinen Mitmenschen. Dieses Du da beansprucht mich ganz. Sonst ist es nicht Liebe.
Gott lieben heißt: Still sein, um zu empfangen. Hören und meditieren, was er sagt. Den Mitmenschen lieben heißt: Still sein, um zu empfangen und zu dienen. Beides, die Liebe zu Gott und die Liebe zum Mitmenschen, geschieht in der aufmerksamen Begegnung.
Du Mensch, der du mir heute begegnest, bist Geschenk für mich. Irgendwie eine Hilfe zum Leben für mich. Vielleicht sehr herausfordernd. Aber immer dankenswert. Und ich für dich.
Womit kann ich dir dienen? Wenn wir das beide fragen, tun wir uns gut. Ganz unspektakulär ereignet sich da die Liebe. Das ist sinnvolles Leben.
Hans-Arved Willberg
Geschrieben in An(ge)dacht | Keine Kommentare »
Wort zur Woche
8.10.2011 von Hans-Arved Willberg.
16. Sonntag nach Trinitatis
Wochenspruch: “Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.” 1. Timotheus 1,10
Leitmotiv: Das Unvergängliche
Die Macht des Todes überwinden wir durch den Glauben. Nicht, indem wir uns den Tod zurechtdenken. Auch nicht durch einen Glauben, der sich den Tod zurechtdenkt. Das Wissen um den Tod macht uns die größte Angst. Das ist unsere Urangst, unsere existenzielle Angst. Wir wollten den Tod gern vermeiden, wenn es nur irgendwie ginge, obwohl wir doch nichts so sicher vorhersehen können wie ihn. Das ist unser Grunddilemma.
Auf diesen Punkt konzentriert sich die ganze Botschaft des Evangeliums: Es ist die einzige Medizin gegen diese Angst mit wirklicher Heilkraft. Selbst das Evangelium nimmt diese Angst nicht einfach weg, wie ein Schuss Heroin alles Unwohlsein vollkommen beseitigt. Aber das Evangelium setzt ihr eine letzte Grenze. Mitten in der Angst ist Trost.
Das zutiefst Grauenhafte an der Angst des Todes ist die Angst der Hölle. Darum wird im Neuen Testament der Auferstehungssieg Jesu Christi mit dem Sieg über den Teufel und die Hölle gleichgesetzt. “O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle?” heißt es darum im österlichen Wochenlied. Die Höllenangst wird nur durch das Evangelium gestillt: Gott ist für mich. Mein Leben kann noch so daneben gegangen sein. Ich kann im letzten Gericht nicht verurteilt werden, sei die Anklage auch noch so gewichtig. Ich muss mich weder verteidigen noch irgendetwas abbüßen. Christus tritt für mich ein und Christus hat meine Schuld beglichen.
Hans-Arved Willberg
Geschrieben in An(ge)dacht | Keine Kommentare »